Der „Reptilienführerschein“: Wissenswertes zum Sachkundenachweis

terraristik

Für die Haltung von Giftschlangen ist er ohnehin erforderlich, doch eigentlich ist der Sachkundenachweis im Bereich Terraristik für alle Schlangenhalter sinnvoll: Mit dem „Reptilienführerschein“ belegen sie, dass sie das Grundwissen zur Haltung von Schlangen und anderen Reptilien erworben haben und in der Lage sind, diese Tiere ordnungsgemäß zu halten.

Sachkundenachweis Terraristik

Unter dem Begriff Terraristik wird die Haltung und Pflege von Terrarienbewohnern zusammengefasst. Dies sind vor allem Schlangen, Echsen und Frösche, sowie andere wirbellose Tiere. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) bietet in Deutschland die Möglichkeit, einen Sachkundenachweis zu erwerben. Dabei wird zwischen der Qualifizierung „Sachkunde für Privathalter gemäß §2 TIERSCHG“ und der „Gefahrtier-Sachkunde“ unterschieden. Letzteres ist verpflichtend für alle, die gefährliche (d.h. giftige) Reptilien halten möchten. Desweiteren gibt es den Sachkundenachweis für gewerbliche Halter gemäß §11 TIERSCHG. Wer neben Terrarienbewohnern Wassertiere wie z.B. Schildkröten halten möchte, kann zusätzlich Sachkundenachweise in Süßwasser- und/oder Meerwasseraquaristik ablegen.

Wie läuft die Sachkundeprüfung ab?

Interessierte Halter fordern zunächst beim DGHT den Sachkundeordner an, der 89 Euro kostet, bzw. für DGHT-Mitglieder 65 Euro. Dies ist zwar eine stolze Summe, doch der Ordner kann später immer wieder als Nachschlagewerk dienen. Anschließend können sich die Halter zu einer eintägigen Schulung anmelden, die mit der Abschlussprüfung endet. Die Prüfung besteht aus 48 Multiple-Choice-Fragen. Nach bestandener Prüfung gibt es direkt das Zertifikat. Prüfer sind in ganz Deutschland zu finden und sind auf der Website des DGHT gelistet (teilweise auch mit den jeweils nächsten Schulungs-/Prüfterminen. Die eintägige Schulung und Prüfung kosten 100 Euro (bzw. 75 Euro für Mitglieder). Wer durch die Prüfung fällt, kann sie entweder wiederholen oder sich mit einer Teilnahmebescheinigung begnügen.

Lohnt sich der Sachkundenachweis?

Wer sich ausschließlich mit Schlangen beschäftigen will und nicht mit der Terraristik im Allgemeinen, wird den Kurs nicht unbedingt als sinnvoll empfinden, da es hier auch um Echsen, Leguane, Lurche und andere Terrarientiere geht. Dennoch ist es auch für Schlangenfreunde sinnvoll, sich die notwendigen Sachkenntnisse anzueignen und mit dem Zertifikat gewissermaßen das ernsthafte Interesse an der Haltung von Terrarientieren zu belegen.

Darüber hinaus ist auch eine Mitgliedschaft beim DGHT nicht verkehrt, denn dadurch wird nicht nur der Sachkundenachweis und das zugehörige Lehrmaterial billiger: Daneben gibt es kostenlose Mitgliederzeitschriften und andere Veröffentlichungen, zum Teil auch spezifisch für Schlangen und natürlich Kontakte zu anderen Schlangenliebhabern. Auf der anderen Seite lässt sich das notwendige Wissen für die Haltung von ungefährlichen Nattern und anderen Schlangen aber auch leicht aus anderen Ratgebern zusammenlesen.

Der BNA-Sachkundenachweis

Neben dem Sachkundenachweis der DGHT gibt es weitere Sachkundenachweise des Bundesverbandes für fachgerechten Natur-,Tier- und Artenschutz e.V. , darunter auch einen für Terraristik. Allerdings handelt es sich hierbei um den Sachkundenachweis für gewerbliche Halter nach §11, der wie beim DGHT als verpflichtendes mehrtägiges Seminar angeboten wird. Für private Halter ist diese Alternative also nicht wirklich von Interesse.

Weiterführende Links:
https://www.sachkundenachweis.de/
https://www.bna-sachkunde.de/

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1 Gedanke zu “Der „Reptilienführerschein“: Wissenswertes zum Sachkundenachweis

  1. Ich hätte diesbezüglich eine Frage.
    Und zwar wie sich das Ganze verhält, wenn man eine Pflegestelle werden möchte.
    Oft hört man von ausgesetzten Tieren.
    Bei Hunden, Katzen, diversen Kleintieren usw sind die Tierheime zuständig.
    Jedoch sind sie oft nicht ausgelegt um Reptilien aufzunehmen, sowohl von der Ausstattung als auch von dem Pflegepersonal her nicht.
    Allein in meinem Landkreis, wurden lt. Nachrichten im letzten Jahr drei Phyton aufgefunden.

    Wenn man nun diese als offizielle Pflegestelle (vorübergehend bis zur weiteren Vermittlung an kompetente Halter) ähnlich wie in Tierheimen aufnehmen möchte, entsprechende Pflegeterrarien vorausgesetzt, welchen Nachweis sollte man dafür anstreben?
    Braucht man hierfür den Nachweis für Gewerbliche?

    Sicher macht in diesem Fall eine Mitgliedschaft Sinn.

    Mit freundlichen Grüßen

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