Schlange

Wurmbefall bei Schlangen

Es klingt kurios, doch Schlangen können durchaus von Würmern befallen werden. Vielfach leben die Würmer über Jahre hinweg im Wirtstier ohne dass es zu Problemen kommt. Doch wenn das Immunsystem der Schlange geschwächt ist – was gerade bei unsachgemäßer Haltung leider recht häufig vorkommt – wird die natürliche Balance zwischen dem Wirtstier und seinen Gästen gestört. Breiten sich die Würmer dann aus, zehren sie die Schlange quasi von innen aus, bis sie irgendwann vor Entkräftung stirbt. Dies will ein Besitzer natürlich unbedingt vermeiden.

Wie erkenne ich den Wurmbefall bei der Schlange?

Schlange

Theoretisch kann jede neue Schlange unter Wurmbefall leiden. Wenn eine neue Schlange ins Haus kommt, ist es daher sinnvoll, eine Kotprobe tierärztlich auf Würmer untersuchen zu lassen. Werden Parasiten festgestellt, kann die Schlange erst einmal behandelt werden, ehe sie mit anderen Schlangen in Kontakt kommt.

Typische Symptome für einen Wurmbefall sind Gewichtsverlust, Apathie, Futterverweigerung und ein Verblassen der Farben. Je nach Parasit kann es auch zu Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung kommen. Ab und zu lassen sich bestimmte Würmer im Kot sogar mit bloßem Auge erkennen, doch in der Regel ist eine mikroskopische Untersuchung notwendig um den Befall zu analysieren.

Würmer sind nicht immer Würmer

Der Mensch redet gerne von Würmern, doch längst nicht alle Parasiten, die der Schlange zu schaffen machen, sind tatsächlich Würmer. So können sie auch von diversen Einzellern (Flagellaten, Amöben, Protozien) heimgesucht werden. Meist handelt es sich dabei um Kryptosporidien, die auch über das Trinkwasser aufgenommen werden können. Kryptosporidien können nicht nur tödlich für die Schlange sein, sie können auch auf den Menschen übersiedeln und eine schwere Durchfallerkrankung auslösen.

Zu den „richtigen“ Würmern, die eine Schlange befallen können, zählen Fadenwürmer (Nematoden), Saugwürmer (Trematoden), Bandwürmer (Cestoden) und Kratzwürmer (Acanthocephala). Vor allem Fadenwürmer leben häufig jahrelang in fröhlicher Wohngemeinschaft mit „ihrer“ Schlange und eine Infektion ist kaum zu verhindern, da sie meistens mit Beutetieren wie Mäusen aufgenommen werden. Der Tierarzt wird eine Infektion mit Nematoden nur dann medizinisch behandeln, wenn das natürliche Gleichgewicht gestört ist und die Schlange durch eine plötzliche Vermehrung der Fadenwürmer gefährdet ist.

Eine behandlungsbedürftige Untergruppe der Fadenwürmer sind die Hakenwürmer (Ancylostomatidae), die sich im Darm verhaken und dort Blutungen auslösen. Sie machen sich daher meist mit Blut im Kot bemerkbar. Hakenwürmer müssen möglichst schnell behandelt werden, da es sonst zu starkem Blutverlust bis hin zum Tod der Schlange kommen kann.

Wie lässt sich Wurmbefall behandeln?

Der Tierarzt hat verschiedene Medikamente auf Lager, die zur Behandlung von Wurmbefall eingesetzt werden. Zunächst wird eine Kotprobe der Schlange analysiert um festzustellen um welchen Parasiten es sich handelt. Gegen Fadenwürmer werden meist Wirkstoffe wie Mebendazol und Bebendazol verwendet. Bei Einzellern kommt dagegen oft Metronidazol zum Einsatz und bei Bandwürmern und Saugwürmern Praziquantel. Das jeweilige Mittel muss der Schlange mehrmals über einige Tage hinweg verabreicht werden, bis der Magen-Darm-Trakt gesäubert ist. In manchen Fällen kann nach einigen Wochen eine Wiederholungsbehandlung erfolgen.

Übrigens können Schlangenbesitzer einiges dazu beitragen, damit ihre Schlange von Parasiten verschont bleiben: Vor und nach dem Anfassen einer Schlange sollten stets die Hände gewaschen werden!

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