Schlangen als Haustiere

Manchmal kann ich regelrecht sehen, wie das Blut aus dem Gesicht meines Gesprächspartners weicht, wenn ich meine Schlangen erwähne. Schlangen als Haustiere – das klingt für viele nach Fetischismus oder Absonderlichkeit. Dabei leben in Deutschland etliche tausend Schlangen als friedliche Haustiere und tun niemandem etwas zu Leide. Für Aufsehen sorgen sie immer nur dann, wenn ein gefährliches Exemplar aus einem Terrarium entkommt und die Nachbarschaft tagelang in Angst und Schrecken versetzt.

Das richtige Terrarium kaufen

terrarium

Der Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz hat für die Schlangenhaltung folgende Daumenregel aufgestellt: Schlangen unter 1,50 Meter Länge benötigen ein Terrarium von mindestens 75 x 50 x 75cm, Schlangen darüber 100 x 50 x 75cm. Empfehlenswert sind jedoch eher 120 x 60 x 100cm für große Schlangen. Eine ausreichende Höhe muss vor allem für kletterfreudige Schlangen beachtet werden, die dicke Äste zum Klettern ins Terrarium gestellt bekommen.

Zoohandlung bieten Terrarien meist aus Glas oder Kunststoff an. Wer geschickt handwerkt, kann sich das Terrarium natürlich auch nach eigenen Wünschen selbst zusammenbauen, zum Beispiel mit Holz, isolierendem Styropor oder Zierkork. Ausführliche Bauanleitungen gibt es im Internet.

Diese Fragen solltest du dir vor den Kauf eines Terrariums stellen:

    • Welche Schlange schaffe ich mir an und benötigt sie spezielle Schutzterrarien?
    • Wie groß wird das Tier (ausgewachsen)
    • Braucht die Schlange eventuell ein Artgenossen?
    • Benötigt mein Tier ein Glas- oder ein Holzterrarium?
    • Welche Pflanzen, Beheizung, Beleuchtung, Einrichtung und Bodenbelag benötigt mein Tier?
    • Anfallende Kosten können monatlich beglichen werden für die Haltung?
    • Gibt es spezielle Regelungen oder Gesetze für deine Schlange?

Terrarien die wir für unsere Schlangen nutzen:

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Glasterrarium oder Holzterrarium kaufen?

Schlangenhalter haben generell die Wahl zwischen Glas- und Holzterrarien als Unterkunft für ihre Lieblinge. Anfänger stehen dabei natürlich stets vor Frage, ob sie eher ein klassisches Glasterrarium kaufen sollten oder eher ein Holzterrarium. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Was spricht dafür ein Glasterrarium zu kaufen?

  • Da Glas unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist, eignen sich Glasterrarien sehr gut für tropische Schlangen, die auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen sind.
  • Glas ist leicht zu reinigen.
  • Glas bietet dem Besitzer die beste Möglichkeit, ihre Tiere ständig zu beobachten.
  • Glasterrarien wirken sehr stilvoll.

Was spricht eher dagegen, ein Glasterrarium zu kaufen?

  • Glas ist ein Wärmeleiter, so dass die Wärme des Terrariums nach außen abgegeben wird und die Energiekosten je nach benötigter Temperatur im Terrarium hoch sein können.
  • Manche Schlangen mögen es gar nicht, ständig „unter Beobachtung“ im Glasterrarium zu stehen.

Was spricht dafür ein Holzterrarium zu kaufen?

  • Holz speichert die Wärme und ist somit ideal für Schlangen, die ein warmes, trockenes Klima bevorzugen.
  • Holz wirkt natürlicher und bietet daher bessere Möglichkeiten, den natürlichen Lebensraum der Schlange nachzustellen.

Was spricht eher dagegen, ein Holzterrarium zu kaufen?

  • Holz neigt bei Feuchtigkeit zu Schimmelbildung. Dies kann für Schlangen tödlich sein. Ein Holzterrarium ist daher ungeeignet für tropische Schlange, die ein feuchtwarmes Habitat benötigen.

Letztendlich muss jeder Schlangenhalter selbst entscheiden, ob er lieber Holzterrarien oder Glasterrarien kaufen will – oder eine Mischung aus beiden, die jeweils an die Bedürfnisse der Schlangen angepasst sind. Wer tropische Schlangen hält und dennoch unbedingt Holzterrarien kaufen möchte, weil sie optisch viel besser zur eigenen Einrichtung passen, kann sich notfalls auch mit Epoxidharz oder Dichtschlämme behelfen. Damit wird das Holz versiegelt und gegen Feuchtigkeit beständig.

Was beim Kauf von Glasterrarien und Holzterrarien beachtet werden muss

Sowohl bei Holz- als auch bei Glasterrarien gibt es eine große Preisspanne. Für Einsteiger kann es auch sinnvoll sein, sich nach gebrauchten Terrarien umzusehen, zum Beispiel online oder auf Terraristik-Messen. Selbst der Flohmarkt kann möglicherweise eine gute Quelle sein. Wer neue Glas- oder Holzterrarien kaufen möchte, findet ebenfalls eine große Auswahl.

Hier sollte lieber nicht am falschen Ende gespart werden. Ein hochwertiges Glasterrarium verfügt über eine gute Lüftung, so dass die Luft optimal durch das Terrarium zirkulieren kann und lässt sich leicht reinigen.

Für die Größe gilt bei beiden Varianten: Lieber etwas zu groß als zu klein, denn keine Schlange wird in einem zu engen Terrarium glücklich. Ein großes Terrarium kann dagegen mit Pflanzen, Verstecken und Klettermöglichkeiten gefüllt werden und bietet der Schlange so Beschäftigung.

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Die Beheizung des Terrariums

Schlangen sind wechselwarme Tiere, das heißt, sie erzeugen ihre Körpertemperatur nicht selbst (wie der Mensch oder Säugetiere), sondern nehmen die Temperatur von der Umgebung an. Daher dürfen Schlangen nicht zu kalt gehalten werden. Welche Temperatur die ideale für die eigene Schlange ist, hängt von der jeweiligen Schlangenart und ihrem natürlichen Lebensraum ab. Beim Kauf/Einrichten des Terrariums muss immer auf eine ausreichende Heizungsmöglichkeit geachtet werden. Meistens wird eine Bodenheizung mit wärmenden Strahlern kombiniert.

Allerdings muss darauf geachtet werden, dass im Terrarium mehrere Temperaturen gleichzeitig möglich sind, so dass die Schlange je nach Laune einen kühleren oder wärmenden Platz aufsuchen kann. Meistens gehört auch ein spezieller „Sonnenplatz“ dazu, an dem es am wärmsten ist. Besonders in der Häutungsphase benötigt die Schlange dagegen einen kühlen Platz, an dem sie in Ruhe häuten kann.

Wichtig ist auch, dass das Zimmer, in dem das Terrarium steht, den Bedürfnissen der Schlange angepasst wird. So darf die Temperatur auch nachts nicht stark absinken, d.h. in den Wintermonaten sollte das „Schlangenzimmer“ beheizt sein um auch nachts Temperaturen von 19-21°C zu garantieren.

Was gehört ins Terrarium?

Der Boden des Terrariums wird mit einem Substrat ausgelegt, wobei dessen Beschaffenheit sich auch wieder an den Bedürfnissen der Schlange orientiert. Manche Arten mögen es eher trocken, andere eher feucht. Die am häufigsten verwendeten Substrate sind Borkenstreu, Rindenmulch, Sand, Holzgranulat oder spezielle Terrarien-Erde. Bei Schlangen, die gerne im Boden buddeln, muss das Bodensubstrat entsprechend beschaffen sein. Hilfreich ist auch Moos, unter dem sich eine Schlange gerne versteckt.

Überhaupt mögen Schlangen Versteckplätze, zu denen sie sich zurückziehen kann. Dazu können spezielle Verstecke aus der Zoohandlung verwendet werden (z.B. ausgehöhlte Baumstämme) oder dicke Äste und Wurzeln aus der Natur. Diese erfüllen einen weiteren nützlichen Zweck, weil sie der Schlange beim Häuten helfen.

Ideal ist ein Astgeflecht, das der Schlange sowohl als Versteck am Boden dient, als auch als erhöhten Aussichtsplatz. Auch Schlangenarten, die in der freien Natur keine Bäume hinaufklettern, mögen es durchaus, auf einem erhöhten Ast zu liegen. Pflanzen sind ansonsten nicht unbedingt notwendig und werden von Schlangen auch gerne ausgegraben. Sollen unbedingt Pflanzen das Terrarium verschönern, muss natürlich darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht giftig ist. Wichtig ist auch eine Wasserstelle zum Trinken und teilweise auch zum Baden.

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Schlangenarten

Schlange

Dabei kommt es natürlich immer auf die Schlange an: Anfänger, die sich zum ersten Mal ein solches Tier ins Haus holen, sollten auf kleine Nattern setzen, die relativ pflegeleicht sind und vor allem nicht giftig. Beliebte „Anfängerschlangen“ sind beispielsweise Kornnattern, Ringelnattern und Bändernattern. Vor allem die Kornnatter ist recht anspruchslos und wird vor allem nur 100 bis 130 Zentimeter lang. Andere beliebte Schlangenarten wie die Boa Constrictor bringen es auf stattliche fünf Meter Länge – diese Art von Riesenschlangen sollte also nur gehalten werden, wenn wirklich genügend Platz vorhanden ist.

Die Boa gehört zu den sogenannten Würgeschlangen, die sich in der freien Natur um ihre Beute wickeln und diese erwürgen, ehe sie sie nach und nach verspeisen. Gerade alleinlebende Personen können durchaus einmal in Gefahr geraten, wenn sich ihr drei Meter langes Haustier um sie wickelt und herzlich zudrückt. Von Kindern gar nicht zu reden.

Noch heikler ist die Haltung von Giftschlangen – gerade Bewohner von Mietwohnungen können sich leicht den Zorn der Nachbarn zuziehen, wenn sie sich eine Giftschlange in die Wohnung holen. Hier sollte dann doch Rücksicht auf andere genommen werden, die mit dieser Art von Haustier nichts anfangen können. Zumal die Haltung von Schlangen ohnehin von den deutschen Bundesländern unterschiedlich geregelt wird und für viele Schlangenarten – darunter Giftschlangen wie die Königskobra und die Schwarze Mamba – entweder Verbote bestehen oder zumindest eine Meldepflicht. Besitzer müssen dann nachweisen, dass sie die Tiere ordnungsgemäß halten, mit ihnen umzugehen wissen und ein Gegengift im Haus haben. Wer mit dem Gedanken an Schlangen als Haustiere spielt, sollte sich also auf jeden Fall zuerst nach den Regeln im eigenen Bundesland erkunden!

Bei den Schlangenarten, die ich auf dieser Seite vorstelle, gebe ich meistens schon an, welche Größe das Terrarium haben sollte und wie es eingerichtet sein muss. Trotzdem hier noch mal ein allgemeiner Übersichtsartikel zum Thema Terrarium und was hineingehört. Außerdem sollte natürlich jeder vor der Anschaffung eines neuen Tieres seine Hausaufgaben machen und sich informieren, wie die gewünschte Schlange am besten gehalten wird. Züchter und gute (!) Zoohandlungen sind hier die besten Ansprechpartner.

Warum Schlangen so faszinierend sind

SchlangeIch werde häufig gefragt: Warum müssen es Schlangen sein? Sicher, viele Menschen finden die langen glatten Tiere „eklig“ oder fürchten sich vor ihnen. Ich persönlich fand Schlangen jedoch doch immer faszinierende Wesen, die in unterschiedlichen Kulturen seit Jahrtausenden eine große Rolle spielen.

In Asien wird die „Naga“ seit Jahrtausenden verehrt und auch der Hindu-Gott Shiva wird häufig mit seiner Schlange Vasuki abgebildet. In der germanischen Mythologie ist die Midgardschlange  bekannt und im Westen ist die Schlange seit der Antike ein Symbol der Heilkunde, das auch im heute noch benutzten Asklepiosstab der Mediziner verwendet wird.

Schlangen sind natürlich keine Kuscheltiere wie Meerschweinchen oder Hunde, doch bei richtiger Haltung sind Schlangen faszinierende Mitbewohner, die keinem Menschen je etwas zuleide tun würden. Mit diesen Seiten will ich der Schlange als Haustier etwas Gerechtigkeit widerfahren lassen und einzelne Schlangenarten einmal ausführlich vorstellen.